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Freitag, 16. Dezember 2011

Postman to Heaven (2009)


Inhalt
Leise streift der Wind durch das Gras einer Wiese, der Himmel strahlt blau unterbrochen von ein paar hineingestreuten Wattewölkchen und ein roter Briefkasten steht verloren, beinahe wie vergessen aus einer anderen Zeit inmitten dieser Landschaft. Magisch zieht er die Menschen an, denn der Glaube daran, das Briefe hier eingeworfen von einem himmlischen Postboten zu den Verstorbenen getragen werden, ist tief in ihnen verankert. Auch Ha-Na hat einen Brief geschrieben, einen mit Wut erfüllten an den von ihr gegangenen Ex-Freund.
Ihr begegnet der sanfte Jae-Joong, der die Briefe an sich nimmt und ihr erzählt, das er diese liest und Trauernden hilft. Er möchte ihnen wieder Lebensmut geben. Alle anderen Briefe liefert er in den Himmel.
Ha-Na glaubt ihm nicht und wird bestätigt, da ihn auch andere Menschen sehen können, doch als er ihr anbietet ihm gegen Geld zu helfen, lässt sich Ha-Na auf seine Aufgabe ein. Langsam verlieben sich die beiden, doch welches Geheimnis steckt hinter dem charismatischen Jae-Joon (Kim Jaejoong) ? Wenn er wirklich vom Himmel kommt, kann die Liebe dann eine Zukunft haben ? Oder verbirgt sich eine andere Geschichte hinter all dem ? Ist er ein Engel oder ein Mensch, der ein Schicksal mit sich trägt, das er verarbeiten möchte ?


Wo fängt jemand wie ich an einen Film vorzustellen, der mehr als verzaubert hat ?
Der Film gehört in eine Reihe von Geschichten, die als Tv-Film produziert wurden, aber auch als Specials in die Kinos gebracht wurden. Lag es nun an Hauptdarsteller Kim Jaejoong, der damals zur Idolband TVXQ (heute JYJ) gehörte und somit die Mädels magisch ins Kino zog oder doch an der schön verfilmten Geschichte, jedenfalls wurde dieser Film ein Überraschungserfolg, schon deshalb, weil er ja kein großer Release war, sondern nur in wenigen Kino´s lief. Ich denke beides läuft zusammen, denn die Fangemeinde ist wirklich groß, aber auch der Streifen besticht durch ein wunderbare Erzählstruktur, die ohne Längen auskommt und dabei trotzdem ruhig bleibt ohne rasant zu werden. Besonders auffällig ist dies am Ende. Hier hätten sich andere Filmschaffende hinreißen lasse noch Dramatik einzubauen, nicht so hier. Da kann sich so manch einer etwas abschauen, der versucht Gefühle herbeizumanipulieren, hier geht es ohne formelhafte Kniffe und trotzdem entfalten sich die Emotionen.
Das trifft auch auf den Rest des Films zu, der einige sehr intensive Augenblicke hat, genaugenommen schafft er es ein gefühlvoller Moment vom Anfang bis zum Ende zu sein.
Raffiniert wird der Zuschauer im Unklaren gelassen wer nun dieser Postmann eigentlich ist und welches Schicksal hinter ihm steht. In der ersten Hälfte habe ich persönlich da auch nicht drüber nachgedacht, weil mich der Zauber so gefangen genommen hat, das ich mich einfach habe tragen lassen. Punktgenau wird dann eine Szene eingestreut, die wieder daran erinnert, das es noch ein Geheimnis zu lüften gibt. Nun vermutet man, aber gute Filme schaffen es in die Irre zu führen und das ist hier definitv der Fall.


Ganz besonderes Lob gilt dem Team, das die Kameraarbeit und Location´s zu verantworten hat, denn besser geht es wohl kaum. Wieviel Liebe zum Detail steckt dahinter, wenn eine einfache Wiese zu einem Märchenland wird ? Aber nun sollte keiner annehmen, das der gesamte Film auf dieser Wiese spielt. Dieses Händchen für das ganz besondere Licht, Ambiente und Orten zieht sich durch jede Szene. Ob es nun eine melancholische Stimmung fordert oder auch in den witzigen Momenten alles fasst nahezu perfekt in einander. Die Bildsprache ist in einer Geschichte, die auch erzählen möchte, wenn die Charaktere schweigen, ungemein wichtig. Das soll jetzt aber nicht heißen, das es so ein schweigsamer Streifen ist, in dem die Akteure nur träumend, traurig oder vernebelt in die Landschaft blicken. Dialoge gibt es eine Menge und wer Hauptdarstellerin Han Hyo-Joo schon kennt, weiß um ihren Charme, wenn sie losplappern darf.


Und genau sie ist auch der Grund warum ich den Film sehen wollte, denn seid ich sie in "Brilliant Legacy" erstmals erleben durfte, gehört sie zu meinen Lieblingen. Sie sieht nicht nur bezaubernd aus, sie weiß auch jeder Rolle einen eigenen Stempel aufzudrücken. Hier gibt sie sich leicht quirlig, aber das mit so traurigen Augen, man möchte sie nur drücken. Wunderbar darf sie ihren Charakter weiter eintwickeln und das lässt sie mit einer Leichtigkeit geschehen, niemals verliert man den Glauben daran, das es Ha-Na irgendwo auf dieser Welt geben muss.


Ihr zur Seite steht Kim Jaejoong, der wie eingangs erwähnt ein Idol-Star ist. Unumwunden gebe ich zu, das ich mehrfach gesagt habe: "Das kann nur ein Egnel sein. Wie kann jemand so aussehen ? Der ist in Wirklichkeit ein Engel.". Normalerweise spricht so eine Vollkommenheit nicht an, aber Jaejoong hat mich eingefangen und auch ich wollte auf eine Reise mit diesem Mann gehen. Er hätte nun wirklich keine Dialoge gebraucht so intensiv sind seine Blicke. Trotzdem sollte sich niemand komplet vernebeln lassen. Talent ist da, aber es ist auch seine erste große Rolle und da fehlen doch ein paar Kleinigkeiten in der Mimikarbeit, die allerdings so unerheblich sind, das sie es nicht schaffen irgendetwas von dem Zauber dieses Films zu brechen. Ich schreibe auch nur davon, weil ich nicht ganz so unkritisch mit den schauspielernden Idols umgehen möchte, wie die Fan-Girlies. Wie erwähnt steckt ungemein viel Kraft in seinen Blicken, er wirkt nie gestellt, sondern bleibt natürlich und Talent ist ohne Frage in großen Maßen vorhanden. Das Debut ist hier gelungen und wenn ich die neueren Projekte (Protect the Boss und Sunao ni Narenakute) mit ihm vorstelle werden alle wissen, ob ich diese kleinen Defizite noch wahrnehme.


Was gibt es noch zu sagen ?
Einer der wohl wundervollsten Filmküsse ist in diesem Film zu finden.


Die Chemie zwischen den Darstellern ist unbeschreiblich intensiv und man nimmt ihnen jedes Gefühl ab.


Fazit
Wer diesen Film ignoriert ist selber schuld ! Für mich war er eines der schönsten Erlebnisse dieses Jahr im Bereich Romantik mit sehr leichtem Fantasyeinschlag. Und er gehört schon jetzt in meine Sammlung der Märchen, die ich immer wieder erleben möchte. Wer also Lust hat begleitet den "Postman to Heaven" zu seinem Briefkasten und diese beiden Menschen auf dem Weg zu sich selbst.

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